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Café DenkMal Philosophisches Café am 01. März 2019

Thema: Konversation, Smalltalk

Geschwätz, leeres Gerede

Klatsch, Reden über die persönlichen Angelegenheiten anderer

Plaudern, sich zwanglos unterhalten, etwas erzählen was geheim bleiben sollte

Plauschen, Abwandlung von plaudern, sich gemütlich unterhalten

Smalltalk, belangloses Gespräch

Konversation, gewandte, gepflegte, etwas förmliche Unterhaltung, geselliges Gespräch (dazu siehe in Wörterbuch der deutschen Sprache, Wissen Media Verlag)

Smalltalk ist die Kunst, an Wichtigeres zu denken, während man weniger Wichtiges sagt. (David Lettermann)

Die Menschen, die man nur zur Hälfte kennt, man kennt sie nicht; die Sachen, über die man nur zu drei Vierteln Bescheid weiß, man weiß von ihnen überhaupt nichts. Diese zwei Überlegungen reichen hin, um fast alle Gespräche zu würdigen, die in der Welt geführt werden. (Nicolas Chamfort)

Genau betrachtet ist alles Gespräch nur Selbstgespräch. (Christian Morgenstern)

Smalltalk ist die Kunst zu reden, ohne zu denken. (Andreas Tenzer)

Viele Menschen tun sich beim small-talk so schwer, weil sie wissen, dass er leicht fallen soll. (Johann Peter Hebel)

Unwürdig des Gläubigen ist jedes leere Geschwätz. (Mohammed)

Small Talk ist Geschwätz von Leuten, die nichts zu sagen haben. (Klaus Klages)

Die Welt besteht aus lauter Geschwätz, jeder Mensch redet eher zu viel als zu wenig. (Michel de Montaigne)

Auch das kürzeste Wort bleibt am Ende nur Geschwätz, wenn es nicht auf irgendwelchem Wege zu Taten führt. (Arthur Schnitzler)

Ein Schwätzchen ist ein Federballspiel zwischen harmlosen Freundlichkeiten. Geschwätz vergiftet. (Peter Horton)

Man soll nur reden, wo man nicht schweigen darf; und nur von dem reden, was man überwunden hat, - alles andere ist Geschwätz, „Literatur“, Mangel an Zucht. (Friedrich Wilhelm Nietzsche)

Die Philosophie vermag im Letzten Sinne nichts auszusprechen als Tautologien; geht sie darüber hinaus, so fängt im günstigen Fall die Dichtung, im gleichgültigen das Geschwätz, im schlimmen die Dogmatik an. (Arthur Schnitzler)

Konversation machen: Zwei oder mehrere Leute tun so, als hörten sie einander zu. (Georg Christoph Lichtenberg)

Die deutsche Sprache an sich ist reich, aber in der deutschen Konversation gebrauchen wir nur ein zehntel Teil dieses Reichtums – faktisch sind wir also spracharm -. (Heinrich Heine)

Der Krieg schafft schon Gefährten, Schrecken erregt nur das alltägliche Gerede. (Francesco Petraca)

Mit Redereien allein kann man kein Schiff bauen. (Gerd W. Heyse)



Café DenkMal Philosophisches Café am 01. Februar 2019 Thema: Lüge Wahrheit Bullshit

Unsere Natur ist notorisch instabiler und weniger eingewurzelt als die Natur anderer Dinge. Und angesichts dieser Tatsache ist Aufrichtigkeit selbst Bullshit. (Harry G. Frankfurt)

So sorgfältig und gewissenhaft der Bullshitter auch vorgehen mag, es ändert doch nichts daran, daß er etwas verbergen möchte. (Harry G. Frankfurt)

Humbug: insbesondere durch hochtrabendes Gehabe in Wort und Tat irreführende und verfälschende, an Lüge grenzende Darstellung eigener Gedanken, Gefühle oder Einstellungen. (Harry G. Frankfurt)

Gerade in dieser fehlenden Verbindung zur Wahrheit – in dieser Gleichgültigkeit gegenüber der Frage, wie die Dinge wirklich sind – liegt meines Erachtens das Wesen des Bullshits. (Harry G. Frankfurt)

Denn das Wesen des Bullshits liegt nicht darin, daß er falsch ist, sondern daß er gefälscht ist. (Harry G. Frankfurt)

Das einzige unverzichtbare und unverwechselbare Merkmal des Bullshitters ist, daß er in einer bestimmten Weise falsch darstellt, worauf er aus ist. (Harry G. Frankfurt)

Da Bullshit nicht notwendig wahrheitswidrig sein muß, unterscheidet er sich von der Lüge durch die gefälschte Absicht. (Harry G. Frankfurt)

Tatsächlich neigen die Menschen gegenüber dem Bullshit zu größerer Toleranz als gegenüber der Lüge, vielleicht weil wir Bullshit nicht so stark als persönlichen Affront erleben. (Harry G. Frankfurt)

Lüge: die bewusst unwahre, eine Täuschung beabsichtigende Aussage, im weiteren Sinn die absichtliche Entstellung der Wahrheit, die Verdrehung der Tatsachen, die gewollte Zweideutigkeit und Unbestimmtheit, die Verstellung und Heuchelei. Nach Augustinus ist jede Lüge eine Sünde. Thomas von Aquin hat diese Definition entschärft, indem er zwar die Absicht, Falsches zu sagen, nicht aber die Täuschungsabsicht zu ihrem Wesen erklärt. (nach Regenbogen, Meyer. Wörterbuch der philosophischen Begriffe)

Wahrheit: In der Philosophie versteht man unter Wahrheit im engeren Sinne eine Eigenschaft, die, je nach theoretischem Hintergrund, einer Vorstellung, einem Urteil oder einer Aussage bzw. einem Aussagesatz zukommen kann.

Wenn du lügen musst, dann lüge. (Herodot)

Die Lüge ist immer ein Selbstmord des Geistes. (Johann Gottlieb Fichte) Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Voltaire)

Die Wahrheit errötet nicht. (Tertullian)

Gerechtigkeit ist Wahrheit in Aktion. (Joseph Joubert)

Die Sprache der Wahrheit ist einfach. (Euripides)  

Literatur: Harry G. Frankfurt, 2006. Bullshit. Frankfurt am Main: Suhrkamp.


Café DenkMal Philosophisches Café am 4. Januar 2019
Thema: Zwischen Sorglosigkeit und Freiheit

Sorge (lat. cura), ängstliche Bemühung, hingebender Einsatz, gehört in psychologischer Hinsicht zu den gerichteten Gefühlen; ein von Martin Heidegger (Sein und Zeit, § 39 ff.) in die Philosophie eingeführter Ausdruck zur Bezeichnung des Seins des Daseins. (Regenbogen, Meyer, Wörterbuch der philosophischen Begriffe)

Freiheit, (griech. eleutheria, lat. libertas), in den germanischen Sprachen hat fri mit seinem Auftreten schon die heutige Bedeutung des Unabhängigseins, der Abwesenheit eines Zwanges; ursprünglich aber liegt ein positiv ausgesprochener Inhalt zugrunde: fri geht von einer indogermanischen Wurzel aus, die auch lieben, hegen, schonen bedeuten kann. […] Die Frage, ob der menschliche Wille sich selbst bestimmen könne, also autonom sei, oder ob er von fremden Mächten bestimmt werde, also unfrei, heteronom sei, hat die Philosophie zu allen Zeiten beschäftigt und hat im allgemeinen drei verschiedene Antworten hervorgerufen: 1. Der Wille ist autonom und diese Autonomie steht in Gegensatz zur Ursächlichkeit. 2. Der Wille ist heteronom und alles Handeln ist lediglich verursacht. 3. Die Selbstbestimmung des Willens wird nicht geleugnet, aber die Freiheit des Willens wird nicht als Gegensatz zur Ursächlichkeit genommen, sondern für eine bestimmte Form der Verursachung. (nach Regenbogen, Meyer, Wörterbuch der philosophischen Begriffe)  
Vertrauen ist die Mutter der Sorglosigkeit. (Baltasar Gracián y Morales)

Die Sorglosigkeit ist eine nährende Tugend. (Johann Wolfgang von Goethe)

Mit der Furcht fängt die Sklaverei an, aber auch mit Zutrauen und Sorglosigkeit. (Johann Gottfried Seume)

Wir fühlen den Schmerz, aber nicht die Schmerzlosigkeit; wir fühlen die Sorge, aber nicht die Sorglosigkeit; die Furcht, aber nicht die Sicherheit. (Arthur Schopenhauer)
Freiheit ist Mitverantwortung. (Richard Freiherr von Weizsäcker)

Freiheit gibt Witz und Witz gibt Freiheit. (Jean Paul)

Erziehung ist Erziehung zur Freiheit. (Ludwig Börne) Zivilisation ist Zwang, Kultur: Freiheit. (Gerhart Hauptmann)

Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, und das Geheimnis der Freiheit ist der Mut. (Perikles)

Angst ist der Schwindel der Freiheit. (Sören Kierkegaard)

Viele Gewohnheiten, weniger Freiheit. (Immanuel Kant)

Frieden ist ungestörte Freiheit. (Marcus Tullius Cicero)

Freiheit ist der Zwang sich zu entscheiden. (Baltasar Gracián y Morales)

Wille ist Wollen und Freiheit ist Können. (Voltaire)

Die Freiheit beginnt mit der Ironie. (Victor Hugo)

Mit Lob bringt man die Freiheit um. (Sigmund Freud)