Startseite
Denkmal! aktuell
DenkMal! bisherige
DenkMal! bisher
Themen in 2016
Themen in 2015
Themen in 2014
Themen in 2013
Themen in 2012
Themen in 2011
Themen in 2010
Themen in 2009
Themen in 2008
Themen in 2007
Themen in 2006
Themen in 2005
Themen in 2004
Wein + Philosophie
Psychologische Beratung
Termine
Wer bin ich
Veröffentlichungen
Verantwortliche Gelassenheit
Kontakt
Impressum
     
 


DenkMal! Philosophisches Café am 5. Dezember 2008
Thema: Starke Worte und Wörter
 
Worte
für 1. Äußerung, Ausspruch, Beteuerung, Erklärung, Begriff, Zusammenhängendes ( z. B. Begrüßungsworte, diese waren seine letzten Worte. 2. bedeutsame einzelne Wörter (z. B. Drei Worte nenn ich euch)
Wörter
für Einzelwort oder vereinzelte Wörter ohne Rücksicht auf den Zusammenhang (z. B. Fürwörter)

Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn! Indes ihr Komplimente wechselt, kann etwas Nützliches geschehn. (Johann Wolfgang Goethe)

Kalte Worte lassen Menschen erstarren, hitzige Worte schmerzen sie. Bittere Worte machen sie bitter, und zornige Worte machen sie zornig. Freundliche Worte bringen gleichfalls ihr Abbild im Gemüt des Menschen hervor: Sie erheitern, besänftigen und trösten ihn. (Blaise Pascal)

Alle Worte, die von Herzen kommen, sind gute Worte, und wenn sie mir helfen, so frag ich nicht viel danach, ob es so genannte »richtige« Worte sind oder nicht. (Theodor Fontane)

Wo Worte selten sind, haben sie Gewicht. (William Shakespeare)

Viele Worte sind lange zu Fuß gegangen, ehe sie geflügelte Worte wurden. (Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach)

Worte ändern wenig, Taten indes sogar Worte. (Merlin Arnold)

Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen. (Mark Twain)

Das wertvollste aller Talente besteht darin, niemals zwei Wörter zu benutzen, wenn eins ausreicht. (Thomas Jefferson)

Wer die Macht der Wörter nicht kennt, kann auch die Menschen nicht kennen. (Konfuzius)

Das eigentlich Geistige lässt sich auf die Ebene der Wörter nur so projizieren wie ein farbiger Körper im Schattenriss auf eine Fläche, nicht mehr. (Bernhard Martin)

Wörter sind Laternen: Steck ein Licht hinein und sie geben einen guten Schein. (Christian Friedrich Hebbel)

Ein Mensch, der nicht viel gelitten hat, kann nicht Segen ausströmen. Seine Worte haben noch keine rechte Wirkung, so salbungsvoll sie auch klingen. (Carl Hilty)

Große Macht übt das richtige Wort aus. Immer, wenn wir auf eines dieser eindringlichen, treffenden Worte stoßen, ist die Wirkung physisch und geistig – und blitzartig spontan. (Mark Twain)    


DenkMal! Philosophisches Café am 3. Oktober 2008
Thema: Niveau/Norm/Maßstab

Das Niveau (französisch: Wasserwaage) ist ein Handwerkerwerkzeug und Vermessungsinstrument und davon figurativ abgeleitet: "Auf gleicher Höhe".

Niveau allein hat keinen Wert, aber Werte können Niveau verleihen. (Erhard Blanck)

Menschen mit Niveau sind nicht so leicht zu nivellieren. (Erhard Blanck)

Das Niveau eines Menschen hängt von seinen Höhen und Tiefen ab. (Ernst Ferstl)

Die Wissenschaft dient dazu, uns auf immer höherem Niveau zu sagen, dass wir nichts wissen. (Gerald Dunkl)

In dem Maße, wie der Wille und die Fähigkeit zur Selbstkritik steigen, hebt sich auch das Niveau der Kritik am andern. (Christian Morgenstern)

Die Masse erhebt sich nie zur Höhe ihres besten Mitgliedes, im Gegenteil, sie erniedrigt sich zum Niveau ihres schlechtesten. (Henry David Thoreau)

Die normalen Menschen halten sich weniger an die Norm, als die Norm selbst. (Erhard Blanck)

Die vollkommene Norm ist normalerweise nicht die Norm. (Gerald Dunkl)

Wenn zwei sich richtig lieben, rücken sie ab von der Norm und sind ganz normal verrückt. (Petrus Ceelen)

Je geformter eine Maschine ist, umso besser ist sie, je genormter jedoch der Mensch - je mehr er in seinem Typus aufgeht und einer Durchschnittsnorm entspricht -, um so abtrünniger ist er der ethischen Norm. (Viktor Frankl)

Der Maßstab, den wir an die Dinge legen, ist das Maß unseres eigenen Geistes. (Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach)

Jeder Mensch sollte sich an seinem eigenen Maßstab messen. (Horaz)

Wo alle an alles das Geld als Maßstab anlegen, wird kaum jemals eine gerechte und glückliche Politik möglich sein. (Thomas Moore)

Die Krise entsteht, weil kein Maßstab vorhanden ist, an dem sich das wirkliche Bedürfnis einer Ware jederzeit messen und übersehen lässt. (August Bebel)

An der Bibel wird sich jedes Geschlecht verjüngen, und der Maßstab für das Leben und die Kraft eines Volkes wird immer seine Stellung zur Bibel sein. (Johann Wolfgang von Goethe)      



DenkMal! Philosophisches Café am 5. September 2008
Thema: Elite
 

Das Wort „Elite“ tauchte erstmals im 17. Jahrhundert auf und wurde zunächst zur Bezeichnung von hochwertigen und teuren Waren, vor allem von Stoffen („Elitegarn“) verwendet. Erst allmählich begann man den Begriff auch auf soziale Zusammenhänge anzuwenden. Zur Zeit der Französischen Revolution wurde mit élite Personen bezeichnet, die sich (im Gegensatz zu Adel und Klerus) ihre gesellschaftliche Position selber verdient hatten. Im Zuge der Industrialisierung wurde der Begriff dann im Bürgertum zur Abgrenzung von der Masse der Ungebildeten und Unselbständigen (den Arbeitern und Angestellten) verwendet. Im Alltag und in den Medien werden unter „Elite“ Personen (Hans A. Pestalozzi)
 
Wir müssen lernen, die materiellen Wunder der Technologie mit den spirituellen Bedürfnissen unserer menschlichen Natur in Einklang zu bringen. (John Naisbitt)  

Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. (Wolf Biermann)  

Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte. (Gustav W. Heinemann)  

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern. (Karl Heinrich Marx)  

Früher hatten wir einen Zustand, dann kam die Veränderung, dann ein neuer Zustand. Jetzt ist Veränderung der Zustand. (Michael Urban)      



Denk Mal! Philosophisches Café am 1. August 2008
Thema: Sprache
   

Die Sprache ist gleichsam die äußere Erscheinung der Völker; ihre Sprache ist ihr Geist und ihr Geist ihre Sprache, man kann sie beide nie identisch genug denken. (Friedrich Wilhelm Christian Karl Ferdinand Freiherr von Humboldt)   J

eder Mensch hat seine eigene Sprache. Sprache ist Ausdruck des Geistes. (Novalis)

Ein Fachmann der Sprache bewegt sich außerhalb der Sprache. (Wolfgang J. Reus)

Auch Menschen, die die gleiche Sprache sprechen, sprechen nicht immer die gleiche Sprache. (Willy Meurer)  

Die Sprache ist ein unbestechliches politisches Barometer. (Friedrich Löchner)  

Je höher die Kultur, desto reicher die Sprache. (Anton Pawlowitsch Tschechow)

Die ganze Kunst der Sprache besteht darin, verstanden zu werden. (Konfuzius)  

Wenn ich in der Sprache der Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. (1. Korinther 12.1-2)  

Ich habe oft bemerkt, dass wir uns durch allzuvieles Symbolisieren die Sprache für die Wirklichkeit untüchtig machen. (Christian Morgenstern)  

Eigentlich ist die Sprache ein Ausdrucksmittel. Leider wird sie aber sehr oft als Eindrucks- und sogar als Druckmittel missbraucht. (Ernst Ferstl)  

Sprache und Denken. - Die Sprache ist die Infrastruktur im Land des Denkens. (Rainer Kohlmayer)  

Die Sprache ist eine ungeheure fortwährende Aufforderung zur Höherentwicklung. Die Sprache ist unser Geistesantlitz, das wir wie ein Wanderer in die unabsehbare und unausdenkbare Landschaft Gott unablässig weiter hineintragen. (Christian Morgenstern) 

Meine Sprache ist die Allerweltshure, die ich zur Jungfrau mache. (Karl Kraus)  

Der Geist einer Sprache offenbart sich am deutlichsten in ihren unübersetzbaren Worten. (Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach)  

Je mehr man in einer Sprache durch Vernunft unterscheiden lernt, desto schwerer wird einem das Sprechen derselben. (Georg Christoph Lichtenberg)  

Sprache verbindet und trennt stärker als Rasse. (Jakob Boßhart)  

Es gibt keine größere Illusion als die Meinung, Sprache sei ein Mittel der Kommunikation zwischen Menschen. (Elias Canetti)          



DenkMal! Philosophisches Café am 4. Juli 2008

Thema: Metaphern der Moderne
 

Zur Etymologie des Wortes Metapher: Es handelt sich um eine Redefigur (Aristoteles). Es ist vom lateinischen metaphora entlehnt, welches wiederum vom griechischen metaphorein stammt, es bedeutet übertragen. (s. Kluge, Etymologisches Wörterbuch)  
Zur Etymologie des Wortes Moderne: Entlehnt aus dem französischen moderne, dieses wiederum stammt vom lateinischen modernus = derzeitig, gegenwärtig, neu. (s. Kluge, Etymologisches Wörterbuch)  
Eine Metapher ist eine rhetorische Figur, bei der ein Wort nicht in seiner wörtlichen, sondern in einer übertragenen Bedeutung gebraucht wird, und zwar so, dass zwischen der wörtlich bezeichneten Sache und der übertragen gemeinten eine Beziehung der Ähnlichkeit besteht. Metaphern werden gebraucht, -      weil für die gemeinte Sache keine eigenes Wort existiert -      weil ein existierendes Wort oder die bezeichnete Sache als anstößig gilt oder negativ bewertet wird und deshalb durch einen unverfänglichen Ausdruck umschrieben werden soll -      weil ein abstrakter Begriff durch einen anschaulicheren Ausdruck umschrieben werden soll -      weil diejenige sachliche Eigenschaft, auf der die Ähnlichkeit beruht, besonders hervorgehoben werden soll. Metaphern finden sich vor allem in literarisch kunstvoller und poetischer Sprache, durch das diese sich vom normalen Sprachgebrauch abhebt. (s. wikipedia.de)   Der Begriff Moderne bezeichnet einen Umbruch in allen Bereichen des individuellen, gesellschaftlichen und politischen Lebens gegenüber der Tradition. Heute wird dieser Terminus überwiegend mit Entwicklungen in Verbindung gebracht, die die jüngere europäische Geschichte betreffen: Geistesgeschichtlich mit der Aufklärung schon ab dem 17. Jahrhundert, ökonomisch mit der Industrialisierung des mittleren 18. Jahrhunderts, politisch mit der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhundert (politische Moderne) und dem Nationalismus des frühen 19. Jahrhunderts, in der Literatur- und der Kunstgeschichte als ästhetische Moderne ab dem beginnenden, als Stil ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Ein Ende der Moderne wird heute etwa im mittleren bis späten 20. Jahrhundert angesetzt, als stilkundlicher Begriff verwendet man dann den Ausdruck klassische Moderne für ein abgeschlossenes Phänomen, und als Kategorisierung etabliert sich in einigen Fachgebieten – nicht unumstritten – der Begriff Postmoderne. Herausdifferenziert wird auch eine erste und zweite Moderne oder eine Gegenmoderne, wie auch eine Protomoderne. (s. wikipedia.de)   Versuch einer Findung von „Metaphern der Moderne“ Klimakatastrophe, Holocaust, Schwarzer Freitag, McDonaldisierung, Kalter Krieg, big brother, Schilderwald, Betonwüste, Seilschaften, Endlösung, Servicewüste,  Papiertiger, Heuschrecke, gelbe Gefahr, der Witz als Metapher, Medienlandschaft, Digitalisierung        



DenkMal! Philosophisches Café am 6. Juni 2008

Thema: (soziale) Gerechtigkeit
 

Für Gerechtigkeit kämpfen und Gerechtigkeit in die Tat umsetzen, ist Gottesdienst. (Leonardo Boff)  

Wer einfache Lösungen verlangt, muss auf Gerechtigkeit verzichten. Wer Gerechtigkeit verlangt, muss in Kauf nehmen, dass es kompliziert wird. (Peter Hohl)  

Die Gerechtigkeit ist von der Güte untrennbar. (Jean-Jacques Rousseau)  

Gnade ist besser als Gerechtigkeit. (Luc de Clapiers Vauvenargues)  

Gerechtigkeit ist Wahrheit in Aktion. (Joseph Joubert)  

Die Gerechtigkeit ist das Recht des Schwächeren. (Joseph Joubert)  

Die Lehre von der Gleichheit ist das Ende der Gerechtigkeit. (Friedrich Wilhelm Nietzsche)  

Gerechtigkeit ist Liebe mit sehenden Augen. (Friedrich Wilhelm Nietzsche)  

Sei ein Freund der Schwachen und liebe die Gerechtigkeit. (Friedrich von Schiller)  

Die Gerechtigkeit ist nichts anderes als die Nächstenliebe des Weisen. (Gottfried von Leibniz)  

Gerechtigkeit in der Gesellschaft, Harmonie in der Kunst - ein und dasselbe. (Paul Signac)  

Gerechtigkeit lebt vom Differenzieren, nicht vom Vergleichen. (Leon R. Tsvasman)  

Nichts kann nämlich ehrenhaft sein, was der Gerechtigkeit entbehrt. (Cicero)  

Nicht Gewinn ist für ein Land Gewinn, sondern Gerechtigkeit ist Gewinn. (Li Gi)  

Wo viel Gerechtigkeit ist, da ist viel Frieden. (Talmud)  

Auf zweifache Weise wird die Gerechtigkeit verdorben: durch die falsche Klugheit der Weisen und durch die Gewalt dessen, der Macht hat. (Thomas von Aquin)  

Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt. (Thales von Milet)  

Man sollte nicht den Respekt vor dem Gesetz pflegen, sondern vor der Gerechtigkeit. (Henry David Thoreau)  

Wo keine Gerechtigkeit ist, ist keine Freiheit, und wo keine Freiheit ist, ist keine Gerechtigkeit. (Johann Gottfried Seume)      



DenkMal! Philosophisches Café am 2. Mai 2008
Thema: Wachsen/Wandeln
   

Nicht die Aufgaben sollen einem über den Kopf wachsen, sondern der Kopf soll über den Aufgaben wachsen. (Gerhard Uhlenbruck)  

Wir wachsen oder sterben am Widerstand. (Alfred Selacher)  

Das Wachsen zwingt uns, alte Häute abzustreifen. (Anke Maggauer-Kirsche)  

Die Schwierigkeiten wachsen, je näher man dem Ziel kommt. (Johann Wolfgang von Goethe)  

Wer nicht vom Fliegen träumt, dem wachsen keine Flügel. (Robert Lerch)  

Das Nutzlose ist oftmals der Dünger, der das Nützliche wachsen lässt. (Willy Meurer)  
Lebenskunst ist, Problemen nicht auszuweichen, sondern daran zu wachsen. (Anaximander)  

Ideen sind wie Blumen: Viele wachsen nur um der Schönheit willen.  (Alexander Saheb)  

Glück tut gut, aber Leid lässt die Seele wachsen. (Ludwig Uhland)  

Alles geht rasch in unserer Zeit, ausgenommen das Wachsen, was noch immer das alte tempus einhält. (Christian Friedrich Hebbel)  

Leben heißt sich wandeln und vollkommen sein heißt, sich oft gewandelt zu haben. (John Henry Newman)  

Wenn es überhaupt eine Möglichkeit gibt, einen anderen Menschen positiv zu verändern, dann doch nur, indem man ihn liebt und ihn so langsam sich wandeln hilft von dem, was er ist, zu dem hin, was er sein kann. (Joseph Ratzinger)  

Vom Schönen und Weisen und Guten nähren sich und an diesem wachsen die Flügel der Seele. Am Hässlichen und Bösen welken sie und fallen ab. (Platon)  

Lieber wachsen als großtun. (Erhard Horst Bellermann)  

Mit jedem Wort wachsen wir. (Christian Morgenstern)  

Die Dummheit, die Schurkerei wachsen: Das gehört zum »Fortschritt«.  (Friedrich Wilhelm Nietzsche)      



DenkMal! Philosophisches Café am 04. April  2008

Thema: ars moriendi
   

Als Ars moriendi ("Kunst des Sterbens") werden im Spätmittelalter entstandene lehrhafte Erbauungsschriften bezeichnet, die die christliche Vorbereitung auf den Tod lehren, um das Himmelreich zu erlangen.   Geprägt von den damals grassierenden Seuchen und der Angst vor einem unvorbereiteten Tod schrieb Johannes Gerson um 1408 den Prototyp dieser Textgattung, das lateinische Opus(culum) tripartitum. Der elsässische Prediger Johann Geiler von Kaysersberg übersetzte dieses Werk um 1481 unter dem Titel Wie man sich halten sol by eym sterbenden Menschen und verfasste 1497 eine selbstständige Schrift: Ein ABC, wie man sich schicken sol, zu einem kostlichen seligen tod. (s. wikipedia)    

Die echten Philosophen üben sich im Sterben. (Plato)   Wer sterben gelernt hat, ist ein freier Mensch. (Michel de Montaigne)  

Die beste Mutprobe ist nicht, zu sterben, sondern zu leben. (Graf Vittorio Alfieri)  

Ein schönes Sterben ehrt das ganze Leben. (Francesco Petrarca)

Das, was dem Leben Sinn verleiht, gibt auch dem Tod Sinn. (Antoine de Saint-Exupéry)  

Das klare Todesbewusstsein von früh an trägt zur Lebensfreude, zur Lebensintensität bei. Nur durch das Todesbewusstsein erfahren wir das Leben als Wunder. (Max Frisch)

 
Das Leben ist ein Prozess, den man verliert, was man auch tut und wer man auch ist. (Thomas Bernhard)  

Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen der Mitmenschen. (Albert Schweitzer)
 
Das Sterbliche an uns ist es, was uns vereinigt. Ich sage das auch mit einer gewissen Heiterkeit, denn es macht unsere Würde aus. Wir wissen, dass wir kommen und gehen. (Hanns Dieter Hüsch)

Den eigenen Tod immer ein bisschen im Auge behalten: das beruhigt und erfrischt zugleich.  (Niklas Stiller)
 
Alle Menschen sterben, nicht alle leben. (Manfred Hinrich)  

Ein Mann ist nicht der, welcher fröhlich zu leben, sondern der, welcher fröhlich, frei von der Welt zu sterben weiß. (Ferîd ud din Attâr)  

Erst wenn wir uns vollkommen dessen bewusst sind, dass wir sterben werden, fühlen wir uns hundertprozentig lebendig. (Paulo Coelho)  

Leben muss man das ganze Leben hindurch lernen, und was vielleicht noch sonderbarer klingt: all seine Lebtage muss man sterben lernen. ( Lucius Annaeus Seneca)

Während die Lebenserwartung in den letzten Jahren erheblich gestiegen ist, ist die Todeserwartung unverändert konstant geblieben. (Ernst R. Hauschka)  

Was man einen Grund zum Leben nennt, das ist gleichzeitig ein ausgezeichneter Grund zum Sterben. (Albert Camus)  

Wenn dem Menschen am Ende seines Lebens ein Lächeln übrig bleibt, so ist das ein sehr anständiger Reingewinn. (Horst Wolfram Geissler)        


DenkMal! Philosophisches Café am 07. März 2008
Thema: Gewalt als Gottes Dienst?
 

„Der Täter muss sein natürliches Selbst, das am Leben hängt, überwinden – Auffassungen, die auch aus dem Sufismus bekannt sind.“ (H. G. Kippenberg)  

„Häufig sind es Laien, die im Islam die Predigten halten. Vollständig professionalisiert ist im Islam nur die Kenntnis der Rechtstradition.“ (H. G. Kippenberg)  

„Der Krieg für die Sache Gottes war seit der Frühzeit eine Pflicht des Gläubigen. Auch bei stattlich angeordneten Kriegen gegen die Heiden musste er bereit sein, bei Bedarf Kriegsdienst zu leisten.“ (H. G. Kippenberg)

„… dass im Islam der Kampf gegen die Ungläubigen als eine Möglichkeit des Gottesdienstes angesehen und proklamiert wurde.“ (A. Noth)  

„Die Gewalttaten des 11. Septembers 2001 sind als Neuinszenierungen eines alten Musters der gewaltsamen Durchsetzung des Islam konzipiert worden.“ (H. G. Kippenberg)  

„Selbstmord ist im Islam eine schwere Sünde. Wer sie begeht, fährt zur Hölle.“ (H. G. Kippenberg)  

„Die globale Arroganz des Westens ist ein globaler Unglaube. Die Macht der Gläubigen besteht darin, dass sie imstande und fähig sind, die eigene Angst vor dem Sterben zu überwinden.“ (H. G. Kippenberg)  

„Wie der Prophet Mohammed mit wenigen Getreuen die Übermacht des vorislamischen Heidentums, der gahiliya besiegte, so demütigt der gläubige Muslim heute die gesamte westliche Zivilisation mit ihrer eigenen Angst.“   „Daher führt ein Streit darüber, ob die Deutung der Gewalt vom 11. September islamisch ist oder nicht, religiös ist oder nicht, in die Irre. Sie ist es! Nur brauchen wir mehr Kenntnis, welche Muslime heute diese Auswahl aus dem Fundus ihrer Weltbilder und Ethiken vornehmen und keine andere; unter welchen Bedingungen sie dies tun und wie verbreitet die Sympathie für ihre Wahl ist.“ (H. G. Kippenberg)  

„Die Dezentralität der Deutungshoheit über religiöse Dinge ist ein Faktor, der bei verschiedenen Wellen von Selbstmordattentaten eine Rolle gespielt hat.“ (T. Seidensticker)  

Die neuen Formen praktizierter gewalttätiger Religiosität sind daher nach innen innovativ wie nach außen hierarchisch: Sie lösen sich von tradierten Modalitäten und Restriktionen, bedürfen aber der Legitimierung durch die religiöse Gemeinschaft und ihren heutigen Autoritäten. So kommt das Paradox zustande, dass mit der Individualisierung religiöser Praxis die Macht religiöser Gemeinschaften zunehmen kann. „ (H. G. Kippenberg)  

„Die Zivilgesellschaft ist verwundbar, weil sie allen, welche genügend Geld haben, ihre Mittel zur Verfügung stellt – auch ihre Mittel, die Spenderin zu zerstören.“ (W. Schmidbauer)  

„Der explosive Narzissmus, dessen dramatischer Ausdruck gegenwärtig die menschlichen Bomben sind, speist sich, so paradox es klingt, aus dem Sicherheitsbedürfnis traumatisierter Menschen.“ (W. Schmidbauer)

„Das Erträgliche ist das einzig Gute, das Unerträgliche das rein Böse, das nichts anders verdient als Vernichtung.“ (W. Schmidbauer)        



DenkMal! Philosophisches Café am 01. Februar 2008

Thema: Religiosität/Spiritualität
   

Zur Etymologie des Wortes Religion:
Im Frühneuhochdeutschen entlehnt aus dem lateinischen religio, zu lateinisch relegere „bedenken, Acht geben“. Gemeint ist ursprünglich die gewissenhafte Sorgfalt in der Beachtung von Vorzeichen und Vorschriften.  (Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache)  

Die wahre Religiosität zeigt sich im ganzen Verhalten des Menschen. (Wilhelm I.)

Religiosität ist eine Verhaltensweise und nicht nur Glaube. (Sarvapalli Radhakrischnan)  

Eine Religiosität, die keine Opfer bringt, ist keinen Pfennig wert. (Georg Christoph Lichtenberg)  

Nur, wo die Vernunft Licht und das Gefühl Wärme gibt, entspringt echte Religiosität. (G. Käppel)  

Die Behauptung Religiosität sei ein psychologisches Phänomen sagt nichts über den Wahrheitsgehalt der einzelnen Religionen aus. (Gerald Dunkl)  

Gelebte Religiosität ist immer auch politisch, besitzt Sprengkraft und verlangt nach mutigem Widerspruch gegen Unrecht jeder Art. (Georg »Giorgio« Rimann)  

Die Kirche der Zukunft muss vor allem eine Kirche lebendiger Spiritualität sein. (Karl Rahner)  

Die Wüstenväter lehren uns eine Spiritualität von unten. Sie zeigen, dass wir bei uns und unseren Leidenschaften anfangen müssen. Der Weg zu Gott führt bei ihnen immer über die eigene Selbsterkenntnis. (Anselm Grün)  

Spiritualität durchdringt alle Aspekte des Lebens und übersteigt die physische, psychologische und soziale Wirklichkeit. (Walton & Sullivan)  

Spiritualität ist individuell, stärker emotional und erfahrungsorientiert als kognitiv und lehrhaft. (Bucher)  

Während Religion die religiösen Institutionen bezeichnet, die Kirche(n), Gebote, Symbole, Riten, bezieht sich Religiosität auf das unmittelbare, subjektive Erleben von Religion und ihren Vollzug. (B. Grom)  

Spiritualität liegt vor, wenn jemand Natur intensivst erlebt, ohne dieses Gipfelerlebnis auf dezidiert Religiöses – Schöpfungsglaube, Transzendenz – zu beziehen. (Bucher)