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Ehre und Stolz für die Demokratie; Würde und Respekt; Menschenbild und Grundgesetz; Menschenbilder und Rechtfertigung des Handelns; Menschenbilder und Gesprächsregeln; Streitkultur, Bedeutung des Diskurses (Habermas); Gesellschaftliche Utopien; Karl Marx: Deutung der Lebenswelt und notwendiges Handeln; Mut zwischen Mut, Übermut und Feigheit; Angst zwischen kreativem Auslöser und Missbrauch; Freiheit und Determinismus; Ehrgeiz und Macht

DenkMal! Philosophisches Café am 2. Dezember 2011

Thema: Ehre und Stolz für die Demokratie

 
Demokratie: Herrschaft der Mehrheit. Es wird von den griechischen Denkern eher kritisch betrachtet, ist dann in der Neuzeit ein zunächst ziemlich theoretisches Konzept, das nach der Französischen Revolution immer stärker zu einem Zentrum des politischen Denkens wird. (s. Kluge, Etymologisches Wörterbuch)


Ehre: Wohltat, Schonung, Ehrfurcht, Scheu. (s. Kluge Etymologisches Wörterbuch)

Stolz: Die Herkunft ist unklar, vielleicht zu stelzend hochtrabend. (s. Kluge, Etymologisches Wörterbuch)

Die Ehre, einmal erkrankt und dann nicht rasch geheilt, steht niemals wieder von den toten auf. (Friedrich Hebbel)

Die Ehre ist das äußere Gewissen und das Gewissen ist die innere Ehre. (Arthur Schopenhauer)

Ein stolzer Mensch verlangt von sich das Außerordentliche, ein hochmütiger schreibt es sich zu. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Das Regieren in einer Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen. (George Bernard Shaw)

Diktaturen sind Einbahnstraßen. In Demokratien herrscht Gegenverkehr. (Alberto Moravia)

 Es ist ein Vorrecht von Politikern, stolz auf Dinge zu sein, wo die eigene Leistung bei null liegt. (Gregor Gysi)

 Regieren ist keine Sache für Leute von Charakter und Erziehung. (Aristophanes)

Demokratie ist eine Regierungsform, welche die Anordnungen einiger Korrupter durch die Beschlüsse vieler Inkompetenter ersetzt. ( George Bernard Shaw)

 Politiker zu kaufen ist altmodisch; in der modernen Demokratie kauft man Wähler. (Johannes Gross)

 Nachdem er das alte Regime jahrelang gestützt hatte, stürzte es dennoch in sich zusammen. So wurde er ungewollt zum Gestürzten. Diese Erkenntnis war ihm nur sehr bedingt eine Stütze. (Karl-Heinz Bomberg)  

 Nachdem der Mensch die Demokratie erfand, versucht nun die Demokratie den Menschen zu erfinden. (Martin Gerhard Reisenberg)

 Zur Demokratie gehört, nicht zur Demokratie gezwungen zu werden. Ulrich Wiegand-Laster

Demokratie: Deine Stimme zählt. Du nicht. (Erhard Blanck)


DenkMal! Philosophisches Café am 4. November 2011

Thema: Würde und Respekt

 
Respekt: vom lateinischen respectus, das von respicere: Rücksicht nehmen, sich nach etwas umsehen, zurücksehen

Würde: Abstraktum zu wert, also eigentlich Wert, Wertigkeit

 
Würde kann als Gattungsbegriff verstanden werden. „Dieses Gattungsmerkmal besagt, dass der Mensch gegen nichts eingetauscht und nie bloß als Mittel benutzt werden darf. Er hat keinen Preis und Gegenwert und darf keinem Zweck völlig untergeordnet werden, wohingegen er selbst Mittel auf sich zuordnen und sich selbst Zwecke setzen darf. …Würde verlangt vom Träger der Würde, sich selbst eine Wertschätzung entgegen zu bringen und die Pflichten gegenüber sich selbst wahrzunehmen und der Würde nichts überzuordnen. Damit hat Würde mit Verantwortung zu tun und ist kein Privileg. Es ist eine Pflicht des Menschen gegen sich selbst, ein Bewusstsein seiner Würde aufrechtzuerhalten. Doch auch wer seiner Pflicht nicht nachkommt, verliert seine Würde nicht, er lebt jedoch nicht ihr gemäß.

…Wenn es sich damit bei der Würde um den obersten Wert und Grund handelt, ist sie mangels eines noch einmal höheren Gutes oder Grundes nicht begründbar.“ (s. Brugger, Schöndorf, Philosophisches Wörterbuch) 

 Anstand ist Respekt vor der Würde des anderen. (Paul Schibler)

 Respekt kann man nicht einfordern. Respekt muss man sich verdienen. (Birgit Ramlow)

 Es ist wertvoller, stets den Respekt der Menschen, als gelegentlich ihre Bewunderung zu haben. (Jean-Jacques Rousseau)

 Seiner eigenen Würde gibt Ausdruck, wer die Würde anderer Menschen respektiert. (Richard Freiherr von Weizsäcker)

 Wer wahrhaft vornehm ist, hat immer Respekt, wo er hingehört, der Pöbel nicht. (Wilhelm Raabe)

 Respekt ist ein Hemmschuh für bestimmte Gespräche, sie finden nie statt. (Javier Marias)

 Wer einen Menschen bessern will, muss ihn erst einmal respektieren. (Romano Guardini)

 Niemand ist so arm, dass er nicht wohltätig sein könnte, keiner in so niedriger Stellung, dass es ihm nicht möglich wäre, Würde zu zeigen. (Paolo Mantgazza)

  
DenkMal! Philosophisches Café am 4.März 2011
Thema:
Angst zwischen kreativem Auslöser und Missbrauch

Angst
im weiteren Sinn isteine der stärksten psychophysischen Emotionen. Es ist das Gefühl derBeunruhigung. Ins Zentrum des philosophischen Interesses rückt sie beiKierkegaard, der Angst deutlich von der Furcht unterscheidet. Furcht ist eineReaktion auf eine erkennbare Bedrohung, während die Angst objektlos undunbestimmt ist, in ihr fühlt sich das Ich bedroht. Weil das Aufkeimen desFreiheitsbewusstseins mit Angst verknüpft ist, wird verständlich, warumMenschen auf der Flucht vor ihrer Freiheit sind und sich so verfehlen.Heidegger denkt besonders an jene Angst, in der das Sein zum Tode bewusst wird.(s. Brugger, Schöndorf, Philosophisches Wörterbuch)

Angst. Die allgemeine Konnotation des Wortes Angst ist dieselbe wiedie seines lateinischen Ursprungs anxietas, ein Erleben sich verändernderMischungen von Ungewissheit, Erregung und Furcht. Die lateinische Anwendungschloss eine Vorstellung von Strangulation ein; dies ist in der modernen Konnotation manchmal auch enthalten. Der Ausdruck wurde in die Psychologie eingeführt, alsSigmund Freud die Angstneurose als ein Syndrom beschrieb, das von derNeurasthenie zu unterscheiden sei. Der Begriff wurde aber innerhalb derPsychologie erst 40 Jahre später allgemein üblich. (s. Arnold, Eysenck, Meili,Lexikon der Psychologie)

Mut ist Widerstand gegen die Angst,Sieg über die Angst, aber nicht Abwesenheit von Angst. (Mark Twain)

Die Angst ist die Begierde nach dem, wovor man sichfürchtet... Sie ist eine fremde Macht, die das Individuum ergreift, ohne dassdieses sich von ihr lösen könnte oder wollte, denn es hat Angst – und diese Angstselbst ist ein Bedürfnis. (Sören Kierkegaard)

Man machtuns immer nur Angst. Davor sollten wir Angst haben! (Andreas Bechstein)

Angst hat der, der Angst hat, seine Angst zu zeigen. (Hassan Mohsen)

Hab keineAngst, dass das Leben einmal zu Ende geht. Hab eher Angst, dass es nie richtiganfängt. (John Henry Newman)

Angst istunerträglicher als der Schmerz; die Angst schärft die Empfindungen, während derSchmerz sie abstumpft. (Carmen Sylva)

Die Angstverlängert das Leben. (Bruno Ziegler)Angst istder Schwindel der Freiheit. (Sören Kierkegaard)

DieGrundlage des Optimismus ist blanke Angst. (Oscar Wilde)



DenkMal! Philosophisches Café am 4. Februar 2011

Thema: Freiheit und Determinismus

Determinismus: Jedes Geschehen ist durch die ihmvorausgehenden Ursachen eindeutig und unveränderlich bestimmt. Bei derVorbestimmung durch Gott spricht man von Prädestination, nach der Lehre derStoa ist alles durch die Gestirne und den Kosmos vorherbestimmt (kosmologischerDeterminismus). (nach Brugger, W., Schöndorf, H. 2010. PhilosophischesWörterbuch, Freiburg München)

Freiheit: Im philosophischen Sinne gibt esvor allem drei Bedeutungen. 1. Handlungsfreiheit 2. Freiheit von gesetzlicheroder moralischer Bindung 3. Willens-, Wahl oder Entscheidungsfreiheit. (nachBrugger, W., Schöndorf, H. 2010. Philosophisches Wörterbuch, Freiburg München)

Kein Mensch bekämpft die Freiheit; er bekämpfthöchstens die Freiheit der anderen. Jede Art der Freiheit hat daher immerexistiert, nur einmal als besonderes Vorrecht, das andere Mal als allgemeinesRecht. (Karl Marx)

DieFreiheit, »hat« man nicht – wie irgend etwas, das man auch verlieren kann –,sondern die Freiheit »bin ich«. (Viktor Frankl)

DerMensch ist nicht frei geboren, sondern zur Freiheit berufen. Denn der BegriffFreiheit ist Selbstbestimmung. (Moritz Carrière)

Freiheit ist immer Freiheitder Andersdenkenden. (Rosa Luxemburg)

DieVölker, die daran gewöhnt sind, Herrscher über sich zu haben, können diesenicht mehr entbehren. Sie halten Zügellosigkeit, die der Freiheitentgegengesetzt ist, für Freiheit und geraten durch ihr Aufbegehren fast immerVerführern in die Hände. (Jean-Jacques Rousseau)

Eines der größten Probleme der Erziehung ist, wie mandie Unterwerfung unter den gesetzlichen Zwang mit der Fähigkeit, sich seinerFreiheit zu bedienen, vereinigen könne. Denn Zwang ist nötig! Wie kultiviereich die Freiheit bei dem Zwange? (Immanuel Kant)

Das Geheimnis der Freiheitist der Mut. (Perikles)

Macht ist Pflicht – Freiheitist Verantwortlichkeit. (Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach)

Viele Gewohnheiten, wenigerFreiheit. (Immanuel Kant)

An den Tod zu denken heißt,sich die Freiheit zu bewahren. (Michel de Montaigne)

Das Reich derFreiheit beginnt da, wo Arbeit aufhört. (Karl Marx)

Freiheit istBefreiung von der Illusion, der Täuschung der Persönlichkeit. (Leo Tolstoi)

Die Beherrschung unsererLeidenschaften ist der wahre Fortschritt in der Freiheit. (John Locke)

Freiheit ist ein Luxus, densich nicht jedermann leisten kann. (Karl Marx)

In allem Gerechtigkeit, undes wird genug Freiheit geben. (Nicolas Chamfort)

Zur Freiheit gehört es,abwechselnd zu regieren und regiert zu werden. (Aristoteles)

Literaturempfehlungen:


Peter Bieri 2009. Das Handwerk der Freiheit. Über die Entdeckung des eigenen Willens. Frankfurt am Main: Fischer.
Norbert Bolz 2010. Die ungeliebte Freiheit. Ein Lagebericht. München: Wilhelm Fink Verlag.
Albert Keller 2010. Vom guten Handeln. In Freiheit die Geister unterscheiden. Würzburg: Echter.


DenkMal! Philosophisches Café am 7.Januar 2011

Thema: Ehrgeiz und Macht


Ehrgeiz
:Rückbildung aus dem Adjektiv ehrgeizig, mittelhochdeutsch ergitec, das aus Ehreund geizig in der älteren Bedeutung habsüchtig, gierig zusammengesetzt ist.Also nach Ehre verlangend. (s. Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschenSprache)

Macht: Inalltäglichen, politischen und sozialen Zusammenhängen gebrauchter Begriff fürdie Möglichkeit, Wirkungen hervorzubringen. Etymologisch verweist der Begriffauf die einem tätigen Subjekt zugeschriebene Möglichkeit (indogermanisch = magh= mögen, vermögen). Der großeBedeutungsumfang des Wortes macht die weite Verbreitung des bezeichnetenPhänomens bewusst; Macht ist – wie Max Weber gesagt hat – „amorph“, d. h. sieliegt allen konkreten Gestaltungen der Wirklichkeit voraus. (s. Peter Prechtl(Hg.) Philosophie)

Man geht oft von der Liebe zum Ehrgeizüber, aber selten kehrt man vom Ehrgeiz zur Liebe zurück. (François VI. Duc deLa Rochefoucauld)

Mode dient der Eitelkeit, Eitelkeitdient dem Ehrgeiz, Ehrgeiz dient der Macht, die Macht bedient sich selbst. (Dr.Ekkehart Mittelberg)

Das schändlichste Laster ist derEhrgeiz. (Martin Luther)

Dem Ehrgeiz dient ein Riesenheer vonSklaven. (Erich Limpach)

Der wahre Ehrgeiz besteht in demVerlangen, sich durch tugendhafte Handlungen vor anderen Menschen auszuzeichnen.(Friedrich II.)

Dass Macht Macht macht, macht nichts,wenn sie menschlich ist. (Manfred Hinrich)

Macht macht gierig nach Macht. (AnkeMaggauer-Kirsche)

Wissen ist Macht. Wissen von der Macht,noch ein wenig mehr Macht. (Martin Gerhard Reisenberg)

Die Ehre verpflichtet zur Sittlichkeit, der Ruhm noch mehr, die Macht am meisten.(Berthold Auerbach)

Alles Geschehen aus Absichten ist reduzierbarauf die Absicht der Mehrung von Macht. (Friedrich Nietzsche)

Die Lust an der Macht hat ihren Ursprungnicht in der Stärke, sondern in der Schwäche. (Erich Fromm)

Macht hat dieinnere Logik, andere Macht nicht zu dulden. (Gerd Peter Bischoff)

Die Macht, Steuern zu erheben,beinhaltet auch die Macht, zu zerstören. (John Marshall)